Pflegekurse für Angehörige

Die Pflege eines nahestehenden Menschen zu übernehmen will gelernt sein. Pflegt der Laie nach bestem Wissen und Gewissen, kann das durchaus zu gesundheitlichen Nachteilen für den Patienten oder zu eigenen gesundheitlichen Problemen führen. Die Pflegekassen bieten deshalb seit 2002 unentgeltliche Schulungskurse für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Helfer an.

Diese Kurse werden in Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden, Volkshochschulen, Krankenhäusern oder ambulanten Diensten angeboten. Die örtlichen Pflegestützpunkte über die Kursangebote in der Nähe.

Pflegekurse – auch per Online-Kurs

Die Kurse umfassen mindestens 12 Einheiten von je zwei Stunden. Wenn nötig, übernimmt der Pflegedienst die Betreuung des pflegebedürftigen Angehörigen während der Schulungsstunden. Hat der Pflegebedürftige eine Pflegstufe, rechnen die ambulanten Dienste ihre Leistungen im Rahmen der Verhinderungspflege direkt mit der Pflegekasse ab. Sieht sich der pflegende Angehörige außerstande einen solchen Kurs zu besuchen, bietet die DAK seit 2015 einen Online-Pflegekurs an.

Neben vielen praktischen Tipps wird mit 45 Videos gezeigt, worauf es bei der Pflege ankommt. Beim digitalen Lernen entfallen allerdings die praktischen Übungen unter fachlicher Anleitung und der Austausch mit anderen Kursteilnehmern. Und gerade dieser persönliche Kontakt zu anderen Betroffenen macht den Kurs für die Teilnehmer so gewinnbringend.

Oftmals entstehen aus solchen Kursen Selbsthilfegruppen oder Stammtische, denn wer versteht die Sorgen und Nöte eines pflegenden Angehörigen besser, als jemand, der in einer ähnlichen Situation ist.

Kursprogramm für Pflegende

Neben einer theoretischen Unterweisung in der Pflege erhalten die Teilnehmer in den Kursen viele praktische Tipps für die tägliche Pflege. Auf der Themenliste stehen: Mobilisierungs- und Lagerungsmethoden, Rückenschonende Transfer-Methoden, z.B. vom Bett in den Rollstuhl, richtige Ernährung im Alter, Vorbeugung z.B. Dekubitus-Prophylaxe sowie Hilfsmittel und Rehabilitationsmaßnahmen oder Alltagsgestaltung.

Ziel dieser Kurse ist es, die Angehörigen in die Lage zu versetzen, pflegerische Hilfe zu leisten. Auf Wunsch werden die Kursinhalte auch zu Hause bei dem Pflegebedürftigen vermittelt. Auch dieser Service ist kostenfrei, sofern eine Pflegestufe vorliegt. Der Hausunterricht hat den Vorteil, dass direkt und individuell auf die Probleme der betroffenen und der pflegenden Person eingegangen werden kann.

Spezielle Kurse für Demenz, MS oder Parkinson

Pauschale Hilfestellungen können nur bis zu einem gewissen Grad helfen, deshalb gibt es Schulungen für Angehörige, die sie auf spezielle Situationen vorbereiten. So gibt es Spezialkurse für die Pflege von Personen mit Demenz, mit multipler Sklerose, mit Parkinson, nach einem Schlaganfall oder für pflegebedürftige Kinder.

Auch eine pflegerische Ausbildung nach bestimmten Methoden oder Konzepten wird zum Teil von den Krankenkassen übernommen. So sollen durch die Kinästhetik die Bewegungen der pflegebedürftigen Person so unterstützt und koordiniert werden, dass die Pflege ohne schweres Tragen und Heben auskommt. Das schont einerseits den Rücken der pflegenden Person und fördert andererseits die Selbständigkeit des Pflegebedürftigen.

Das Bobath-Konzept wird vor allem bei Patienten mit Lähmungen und Bewegungsstörungen erfolgreich eingesetzt. Mit basaler Stimulation können Menschen mit Einschränkungen im Bereich der Bewegung, Wahrnehmung und Kommunikation gefördert werden. Bei der integrativen Validation steht die Kommunikation im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen im Vordergrund.


© Pflegenetzwerk – Pflegekurse für Angehörige

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