Die Demenz - von der "seltenen Krankheit" zur Volkskrankheit

Unter Demenz wird allgemein der zu meist irreparable Verlust kognitiver Fähigkeiten verstanden. Davon betroffen sind höhere geistige Funktionen, wie die Intelligenz eines Menschen, sein Gedächtnis und seine Auffassungsgabe und Lernfähigkeit. Mit dem Fortschritt der chronischen Erkrankung kommen in vielen Fällen Veränderungen der Persönlichkeitsstruktur hinzu. Im Unterschied zu angeborenen geistigen Beeinträchtigungen wird die Demenz im fortgeschrittenen Alter erworben. Während die Demenzerkrankungen in der Altersgruppe der 45-65 Jährigen relativ gering sind und nur bei etwa 0,0035 Prozent liegen, steigt der Anteil in der Altersklasse der 65-75 Jährigen schon auf etwa 1,4 Prozent. Danach verdoppelt sich der Anteil der Demenz-Patienten im Abstand von etwa 5 Jahren.

Symptome einer Demenz-Erkrankung

Die Erkrankung Demenz, deren Bezeichnung vom lateinischen Begriff dementia, 'ohne Verstand', abgeleitet ist, hat viele Gesichter und unterschiedliche Formen, Ursachen, Verläufe und Begleitsymptome. Die verschiedenen Formen der Demenz werden dem entsprechend vom Mediziner auf unterschiedliche Art und Weise behandelt. In fast 60 Prozent aller Krankheitsfälle liegt eine sogenannte Alzheimer-Demenz vor, die vor etwas mehr als 100 Jahren das erste Mal vom bayrischen Neurologen Alois Alzheimer beschrieben wurde und auf spezielle Veränderungen im Gehirn zurückgeführt wird. Übergroße und stetige Ablagerungen von Eiweißen in und um die Nervenzellen des Gehirns verringern dessen Funktionsfähigkeit und führen letztendlich zum Absterben der Zelle. Symptome sind im Anfangsstadium eine auffällige Vergesslichkeit, erste Schwierigkeiten bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung. Angst, depressive Verstimmung und motorische Unruhe nehmen zu. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zeigt sich häufig der totale Ausfall des Langzeitgedächtnisses, der Zerfall der Sprachfähigkeit, eine Agnosie, die das Nichterkennen von Angehörigen einschließt, große Desorientierung und Inkontinenz.

Ursachen der vaskulären Demenz

Eine vaskuläre Demenz, die durch die Schädigung und Verengung der Blutgefäße im Gehirn und eine Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff entsteht, kann akut, insbesondere nach einem Schlaganfall auftreten. Die Verengung der Blutgefäße ist häufig auf eine überhöhte Ablagerung von Schlackstoffen in den Gefäßen zurückzuführen. Als mögliche Ursache kommen auch plötzliche Hirnblutungen in Betracht, die durch brüchige und rissige Gefäßwände verursacht werden. Raucher, Diabetiker, Menschen mit hohem Blutdruck, Störungen des Stoffwechsels, Übergewicht, Herz- und Alkoholproblemen gehören zur Risikogruppe. Die vaskuläre Demenz, die zweithäufigste Form der Demenz, ist in Kombination mit der Alzheimer-Demenz weit verbreitet und hat ähnliche Symptome wie diese. Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle oder Reflexstörungen können jedoch bereits im Vorfeld neurologisch behandelt werden. Weitere spezifische Symptome sind eine Verlangsamung der Wahrnehmung und des Denkens und signifikante Stimmungsschwankungen.

Die Pflege von Demenz-Patienten

Die Pflege von Demenz-Patienten ist aufgrund ihrer Vielfalt und Komplexität eine große Herausforderung für Angehörige, Institutionen und die gesamte Gesellschaft. Mit zunehmender Lebenserwartung, deutlicher Zunahme der Erkrankungen von Jahr zu Jahr und demografischem Wandel werden nicht nur in der Therapie, sondern vor allem in der Prophylaxe neue Wege gefunden werden müssen. Schon heute wird immer häufiger nach Möglichkeiten einer Behandlung ohne Medikamente gesucht. Die Umstellung der Ernährung und krankheitsfördernder Lebensstile gehört zu den Schwerpunkten in der Arbeit mit Demenzkranken. Unterstützung in den Punkten Gedächtnisleistung, Konzentration und Merkfähigkeit, Orientierung im Alltag, Training der Sinne, Interessenfindung und Motivation, sportliche Betätigung und die Beibehaltung von alltäglichen Routinen ist gefragt und gefordert. Statt der ausschließlichen Versorgung der Patienten mit den unterschiedlichsten Medikamenten wird mehr und mehr auf die präventive Stärkung der Eigenständigkeit und das Bewusstsein einer gesunden und aktiven Lebensweise gesetzt.

Hier bekommen pflegende Angehörige Hilfe und Beratung

In vielen Fällen obliegt in der Familie einem Angehörigen allein die Pflege des Patienten. Privaten Pflegern und Familienangehörigen wird die Inanspruchnahme professioneller Hilfe empfohlen, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. Ambulante Hilfen, Betreuungsgruppen, Tagespflege, die Pflege in einem Heim oder die Kurzzeitpflege sind sehr sinnvolle Ergänzungen und Alternativen. In Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt wird der individuelle Behandlungs- und Pflegebedarf festgestellt. Je früher eine sich anbahnende Demenzerkrankung erkannt wird, desto wirksamer können Therapieansätze sein. Betroffene und Angehörige finden Rat und Unterstützung in zahlreichen Initiativen, Netzwerken und Foren. Die freie Wohlfahrtspflege, die Deutsche Altershilfe, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren und nicht zuletzt die Deutsche Alzheimergesellschaft und die bekannten Hilfsdienste beraten und informieren über individuelle Möglichkeiten. Eine erste Adresse zum Thema Pflegeversicherung, die bei der Inanspruchnahme von professioneller Hilfe zum Einsatz kommt, ist in jedem Fall die zuständige Krankenkasse vor Ort. Weitere Informationen finden Sie zudem auf der Webseite: Demenz anders Sehen der Delphi - Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH. Das Schulungs- und Beratungsprogramm im Internet wird von einer Studie begleitet die untersucht, ob das Programm den pflegenden Angehörigen hilft, die Pflegeaufgaben der Demenzkranken zu bewältigen und zu verbessern.

© Pflegenetzwerk – Demenz/Alzheimer

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