Was ist ein Hausnotruf

Hausnotruf Basisgerät für die Steckdose Hausnotrufgerät für Senioren und Pflegebedürftige

Ein Hausnotrufsystem hilft, die Eigenständigkeit zu Hause zu wahren, und zwar nicht nur für pflegebedürftige Menschen sondern auch für chronisch Kranke, Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen, die viel Zeit alleine verbringen.

Ein Hausnotruf ist mit einer Notrufzentrale verbunden und ermöglicht es dem Nutzer, sich in Notfällen bemerkbar zu machen. In Deutschland bieten Unternehmen und Institutionen in rund 350 Städten diesen Service an. (Stand 2017, Verbraucherzentrale NRW)

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Ein Hausnotrufsystem besteht in aller Regel aus einem Funksender und einem Basisgerät (oder Teilnehmerstation), das an die Telefonbuchse und das Stromnetz angeschlossen wird. Den handlichen Sender trägt der Nutzer am Körper – als Armband, an einem Band um den Hals oder als Anstecknadel. Andere Systeme nutzen das Mobilfunknetz, hier benötigt der Nutzer keinen Telefonanschluss, der Empfänger wird einfach in die Steckdose gesteckt. Allen Sendern gemeinsam ist:

Sie sind wasserdicht und stoßsicher, so dass der störungsfreie Einsatz gewährleistet ist. In der Regel haben die Systeme eine Reichweite von mindestens 50 Metern. Ein Akku schützt die Geräte gegen einen eventuellen Stromausfall.

Der Notruf wird per Knopfdruck auf den Sender ausgelöst. Dadurch wird eine Telefonverbindung zur angeschlossenen Notrufzentrale aufgebaut die den Hausnotruf annimmt. Die Mitarbeiter der Zentrale bekommen automatisch Daten des Nutzers angezeigt:

Wohnort, Krankengeschichte, Medikamentenliste, Telefonnummern von Ansprechpartnern, etc. Über die Freisprechanlage des Hausnotrufsystems nimmt die Notrufzentrale Sprechkontakt auf. Der Hilfebedürftige kann nun seinen Unterstützungsbedarf schildern, die Notrufzentrale veranlasst alles Weitere.

Je nach Situation organisiert die Notrufzentrale Hilfe von Nachbarn, benachrichtigt Angehörige oder Verwandte oder verständigt den Rettungsdienst oder die Polizei. Insbesondere dann, wenn der Hilfesuchende nicht mehr antwortet, wird sofort der Notarzt verständigt. Dies kann unter Umständen Leben retten, denn bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zählt jede Minute.

Je nach Anbieter unterscheiden sich die Leistungen und Services. Zusatzleistungen, die über den Basisvertrag hinausgehen, werden gesondert berechnet und können folgende Dienstleistungen umfassen:

  • Weckdienst
  • Automatische Erinnerung an Medikamenteneinnahme
  • Schlüsseldepot
  • Menüservice
  • Regelmäßige Kontrollanrufe
  • Anschluss von Bewegungs-, Rauch-, Einbruch- oder Gasmelder

Hausnotruf Sender am Halsband Hausnotruf nopf am praktischen Halsband

Was kostet ein solches Hausnotrufsystem?

Kosten entstehen durch die einmalige Anschlussgebühr und eine monatliche Pauschale, die je nach Leistungsumfang variiert. Die genauen Preise finden Sie bei den jeweiligen Anbietern. Wichtig ist hier, den Vertrag auf versteckte Kosten zu überprüfen, ggf. mit Hilfe eines Mitarbeiters eines Pflegestützpunktes. Schon der Basistarif kann unterschiedliche Leistungen enthalten. Man sollte darauf achten, dass Aufstellung und Programmierung des Systems, Einweisung und Reparatur im Basistarif enthalten sind.

In der Regel bewegen sich die monatlichen Kosten von 18,36 € im Basistarif und bis zu 50,00 € wenn zusätzliche Leistungen vereinbart werden. Die einmalige Anschlussgebühr für den Hausnotruf beträgt je nach Anbieter und Region zwischen 10,49 € und 50,00 €.

Wer beteiligt sich an den Kosten für den Hausnotruf?

Dreiviertel der Nutzer zahlen die Kosten für einen Hausnotruf selbst. Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, bei geringem Einkommen kann u.U. das Sozialamt einen Teil der Kosten übernehmen.

Menschen, die im Rahmen der Pflegeversicherung als pflegebedürftig gelten, können ein solches Hausnotrufsystem als technisches Pflegehilfsmittel bei der Pflegekasse beantragen. Allerdings geschieht die Kostenübernahme nicht automatisch, Voraussetzung für die Bewilligung ist zum Beispiel, dass der Pflegebedürftige alleine wohnt.

Der Antrag auf Übernahme der Kosten sollte vor der Anschaffung eines Hausnotrufsystems gestellt werden, damit auch die Anschaffungskosten übernommen werden.

Wichtig:

Die meisten Hausnotrufsysteme sind bislang über das analoge Festnetz der Telekom mit den Notrufzentralen verbunden. Bis 2018 plant die Telekom jedoch, ihr analoges Telefonnetz durch eine digitale Infrastruktur auf Basis des Internetprotokolls (IP) zu ersetzen. Diese so genannte IP-Telefonie bedeutet für Hausnotruf-Teilnehmer ggf. eine technische Anpassung ihres Telefonanschlusses. Deshalb sollten Kunden, die bereits einen Hausnotruf nutzen, Verbindung zu ihrem Anbieter aufnehmen, der dann eine möglicherweise notwendige Umstellung aktiv begleiten kann.


© Pflegenetzwerk - Hausnotruf

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