Hospizeinrichtungen

Das Sterben und der Tod eines Menschen gehören in unserer heutigen Gesellschaft immer noch zu den Tabuthemen. Die moderne Hospizarbeit hat in der jüngsten Vergangenheit das Thema jedoch dahin geholt, wo es hingehört: ins Leben als ein Teil davon.

Die Hospizarbeit der jüngsten Geschichte ist eng verbunden mit den Namen von Ciceyl Saunders, die 1967 das erste moderne Hospiz in London eröffnete und Elisabeth Kübler Ross, deren „Interviews mit Sterbenden“ 1968 erschienen. Der medizinische Fortschritt, der immer weitere Heilungsmöglichkeiten mit sich brachte, ließ das Sterben als Versagen erscheinen.

Der medizinische Fortschritt rückte aber auch die Die Schmerzlinderung in den Fokus der medizinischen Forschung. Daraus entstand das Gebiet der Palliativmedizin. Die Hospizarbeit ist eine besondere Form der Palliativmedizin, bei der der sterbenskranke Mensch die letzten Tage oder Wochen seines Lebens im geschützten Rahmen eines Hospiz‘ verbringt, gepflegt und begleitet von professionellen Kräften.

Nicht ungewollte Übertherapie, sondern die Bedürfnisse des sterbenskranken Menschen und seiner Angehörigen stehen im Mittelpunkt der Hospizarbeit, ganz gleich ob es sich dabei um eine ambulante oder stationäre Betreuung handelt. Es werden nur jene therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen durchgeführt, die der Patient für sich als sinnvoll ansieht.

Laut einer Umfrage wollen etwa 90 % aller Menschen zu Hause sterben. Die Realität sieht deutlich anders aus. Nach wie vor sterben 50% der Menschen im Krankenhaus und weitere 20% in einem Pflegeheim.

Während die einen medizintechnisch zu hoch ausgerüstet sind haben die anderen zum Teil nicht die medizinisch-pflegerischen Möglichkeiten, einen totkranken Menschen angemessen zu versorgen. Die Hospize stellen eine menschenwürdige Alternative dar und versuchen, dem letzten Lebensabschnitt ein gewisses Maß an Normalität zu verleihen.

Wer wird in ein Hospiz aufgenommen?

Voraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist eine unheilbare zum Tode führende Krankheit des Patienten. Wenn eine weitere Behandlung im Krankenhaus nicht nötig und eine ambulante Pflege zu Hause nicht ausreichend ist, eine palliativmedizinische Pflege aber angezeigt ist, wird eine stationäre Hospizpflege vom Arzt verordnet.

Die Kosten hierfür werden zu 95 % von der Kranken- und Pflegekasse übernommen. Privat versicherte Personen sollten sich im Vorfeld eine Kostenzusage ihrer Krankenkasse einholen, da nicht alle Privatversicherer die Kosten übernehmen. Die verbleibenden 5% werden durch Spenden bzw. ehrenamtliches Engagement aufgefangen. Spendenmittel werden auch eingesetzt, wenn nicht krankenversicherte Personen z.B. ohne festen Wohnsitz aufgenommen werden.

Neben 214 stationären Hospizen für Erwachsene gibt es 1500 ambulante Einrichtungen, 14 Kinderhospize, 250 Palliativstationen und über 270 SAPV-Teams. Es wird unterschieden zwischen einer allgemeinen und einer spezialisierten Palliativversorgung.

Die Patienten werden kontinuierlich durch Haus- bzw. Fachärzte versorgt sowie durch Pflegedienste in enger Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialarbeitern, Therapeuten und ambulanten Hospizdiensten. Um den Bedürfnissen der schwerstkranken und sterbenden Patienten entsprechend Rechnung zu tragen, arbeiten die Teams multiprofessionell eng zusammen.

Die ambulante Hospizarbeit wird zum großen Teil von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Sie begleiten die Patienten und deren Angehörige im psychosozialen Bereich und tragen so maßgeblich dazu bei, dass sich allmählich ein Wandel im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen in unserer Gesellschaft vollzieht.


© Pflegenetzwerk - Hospizeinrichtungen

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