Demenzkranke betreuen

Demenzkranke verlieren zunehmend ihre räumliche, zeitliche und intellektuelle Orientierung, auch Gefühlswelt und Psyche geraten durcheinander. Für Angehörige und professionelle Pflegekräfte ist es deshalb wichtig zu wissen: Das oft nur schwer nachvollziehbare Verhalten ist Teil der Erkrankung, man sollte also Gefühlsausbrüche, Anschuldigungen und Vorwürfe nicht persönlich nehmen.

Richtig kommunizieren

Man muss sich vorstellen, die Menschen um einen herum reden pausenlos über Dinge, die man nicht versteht – so ergeht es dem Demenzkranken. Auch wenn eine Frage zum x-sten mal gestellt wird, hilft es wenig zu sagen, dass man sie bereits vor fünf Minuten beantwortet habe, der demenzkranke Fragesteller weiß es nicht mehr. Hier sind starke Nerven gefragt und sehr viel Geduld.

Wichtig ist es, sich auf den Kranken einzustellen, denn umgekehrt geht das nicht mehr. Erinnerungsstützen in Form von kleinen Zetteln am Kühlschrank oder der Badezimmertür, auf denen häufige Fragen des Demenzkranken beantworten werden oder die Informationen zum Alltagsablauf enthalten, können sehr hilfreich sein. Ein Poster mit allen Mitgliedern der Familie einschließlich aller Hausangestellten und Haustiere kann die Orientierung für Demenzkranke erleichtern.

Ein paar kommunikative Grundregeln

  • bestätigen statt kritisieren, jeder freut sich über Lob
  • verlegte Dinge, wie Brille im Kühlschrank, wortlos an den richtigen Platz räumen
  • geduldig auf Antworten warten
  • mit einbeziehen durch einfache Fragen
  • Informationsaustausch durch Fragen, die mit ja oder nein zu beantworten sind
  • Blickkontakt im Gespräch oder persönliche Ansprache
  • Langsam, deutlich in kurzen Sätzen reden, keine Ironie
  • Wiederholen von wichtigen Informationen, stets mit gleichen Worten
  • Keine Diskussionen
  • Anschuldigungen oder Vorwürfe des Kranken nicht persönlich nehmen
  • Nicht mehr als zwei Dinge zur Auswahl stellen

Hilfe zur Selbsthilfe im Alltag

Im Verlauf der Krankheit werden selbst alltägliche Verrichtungen zur Herkulesaufgabe. Natürlich könnte ein gesunder Mensch schnell das ein oder andere für den Demenzkranken erledigen. Dadurch fühlt er sich jedoch oftmals entmündigt und wird traurig. Auch hier ist wieder Geduld gefragt, häufig hilft eine freundliche Erinnerung daran, was er oder sie gerade tun wollte. Um den Kranken nicht unter Druck zu setzen, sollte man nicht neben ihm stehen bleiben, während er eine Alltagshandlung ausführt.

Häufig finden sich die an Demenzerkrankten noch in der Welt der Erinnerung zurecht. Konnte die kranke Mutter früher wunderbar Kuchen backen, so sollte man sie dazu ermuntern, das wieder zu tun. Solche und andere möglichst selbstständig ausgeführte Tätigkeiten fördern die Lebensfreude.

In Erinnerungen schwelgen

Musik spricht das Gefühlsgedächtnis der Menschen direkt an. Wer wippt nicht begeistert bei dem Song, den man mit einem schönen Erlebnis verbindet. Demenzkranken geht es da nicht anders. Häufig haben sie sehr viel Freude beim Singen, man kann in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen. Gut geeignet ist auch das gemeinsame Stöbern in alten Fotoalben, dadurch werden die demenziell Erkrankten an wichtige Ereignisse und Menschen in ihrem Leben erinnert.

© Pflegenetzwerk - Demenzkranke betreuen

Nichts gefunden?
"Fragen Sie uns"
      zur Startseite