Fußpflege

Der menschliche Fuß ist ein faszinierendes Gebilde aus mehr als 100 Knochen, Sehnen, Muskeln und Bändern. Er ist tagtäglich großen Belastungen ausgesetzt und trägt uns im Laufe eines Lebens tausende von Kilometern. Zur allgemeinen Gesunderhaltung sollte eine regelmäßige Fußpflege also dazugehören, unabhängig vom Lebensalter. Bei Verletzungen an Haut, Nägeln oder Nagelbett, übermäßiger Hornhautbildung, Hühneraugen oder Fußpilz empfiehlt es sich, eine professionelle Fußpflege in Anspruch zu nehmen.

Medizinische Fußpflege

Um Schädigungen und Verletzungen des Fußes adäquat behandeln zu lassen, sollte eine medizinische Fußpflege in Anspruch genommen werden. Die medizinische Fußpflege zählt zu den heilberuflichen Tätigkeiten, behandelt also im Unterschied zur kosmetischen Fußpflege nicht den gesunden Fuß, sondern den bereits erkrankten bzw. verletzten Fuß. Die Verwendung des Begriffes „Medizinische Fußpflege“ ist allerdings hierzulande nicht klar geregelt. Wer ganz sicher gehen will, dass er sich in fachkundige Behandlung begibt, die ein fundiertes medizinisches Wissen voraussetzt, der sollte einen Podologen / eine Podologin aufsuchen.

Als Fußpfleger / Fußpflegerin darf nämlich auch schon arbeiten, wer einen Fußpflegekurs besucht hat. Staatlich anerkannte Podologen hingegen haben eine zwei- bzw. dreijährige Ausbildung absolviert, die sie befähigt, Schädigungen des Fußes als Folgeerscheinung von Erkrankungen oder vorausgegangener Therapien sachkundig zu behandeln. Schädigungen des Fußes können zum Beispiel in Folge von Durchblutungsstörungen, neurologischen Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Blutgerinnungsstörungen bis hin zur Bluterkrankheit auftreten.

Wann zahlt die Kasse die Medizinische Fußpflege

Grundsätzlich übernehmen die Kassen die Kosten einer medizinischen Fußpflege nicht. Einzige Ausnahme bildet hier das diabetische Fußsyndrom (Verlinkung zu diabetischem Fuß). Schädigungen und Funktionsbeeinträchtigungen am diabetischen Fuß, die insbesondere bei längerem Krankheitsverlauf auftreten, können mit Hilfe einer speziellen medizinischen Fußpflege behandelt werden. Im Fachjargon heißt das „Podologische Therapie“. Eine Podologische Therapie zählt zu den verordnungsfähigen Heilmitteln. (Verlinkung zu Heilmitteln) Sie wird von den Kostenträgern jedoch nur übernommen, wenn Patienten ohne eine solche Behandlung unumkehrbare Folgeschädigungen der Füße erleiden würden. Dies sind zum Beispiel Entzündungen oder Wundheilungsstörungen.

Eine Podologische Therapie muss vom behandelnden Arzt verordnet werden. Folgende Leistungen können mit den Krankenkassen abgerechnet werden:

  • Hornhautabtragung, Hornhautbearbeitung
  • Nagelbearbeitung
  • Podologische Komplexbehandlung

Ein seriös arbeitender Podologe wird seinen Patienten bzw. die pflegende Person regelmäßig zur sachgerechten Durchführung der Fuß-, Haut- und Nagelpflege anleiten, Schuhwerk und Einlagen inspizieren und Verhaltensmaßregeln benennen, um Verletzungen und Folgeschäden zu vermeiden

Wichtig!

Um die Kosten einer medizinischen Fußpflege bei diabetischem Fuß erstattet zu bekommen, muss die Behandlung durch einen staatlich geprüften Podologen mit Kassenzulassung erfolgen.


© Pflegenetzwerk - Medizinische Fußpflege

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