Tagespflege

Die Tagespflege kann ein Baustein im Versorgungskonzept für ältere Menschen sein, die der Betreuung oder Pflege bedürfen. Das Angebot kann dann richtig sein, wenn die ambulante Pflege zu Hause nicht ausreichend möglich ist, ein Pflegeheim aber noch nicht nötig oder nicht gewünscht ist. Nicht zuletzt ist die Tagespflege für pflegende Angehörige, die berufstätig sind, eine Möglichkeit, den Pflegebedürftigen in professionelle Obhut zu geben und so Beruf und Pflege unter einen Hut zu bekommen. Gäste der Tagespflegeeinrichtungen sind in vielen Fällen Menschen, die an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erkrankt sind, da diese Menschen nicht über mehrere Stunden allein zu Hause bleiben können. Aber auch für nicht demenziell erkrankte ältere Menschen kann ein Tag allein zu Haus recht lang werden, auch hier ist der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung eine gute Möglichkeit, angemessen betreut zu werden.

Tagespflegeeinrichtung bieten je nach Einrichtung wochentags von morgens früh bis sechzehn oder achtzehn Uhr die professionelle Betreuung der Pflegebedürftigen an. Einige Einrichtungen bieten die Tagespflege auch am Wochenende an. Diese Tagespflege kann an einem oder mehreren Tagen in der Woche in Anspruch genommen werden, je nach individueller Notwendigkeit. Am Abend kehren die Gäste nach Hause zurück. Alle Einrichtungen bieten einen Hol- und Bringdienst gegen eine Gebühr an, allerdings können die Angehörigen diesen Fahrdienst auch selbst übernehmen.

Vertraute Umgebung wichtig für Menschen mit Demenz

Gerade für Menschen mit Demenz ist eine vertraute Umgebung, in der sie sich geborgen fühlen, besonders wichtig, denn häufige Ortswechsel und neue Kontakte überfordern sie. Deshalb sollte eine behutsame Eingewöhnungsphase den Weg in die Tagespflege ebnen. Viele Einrichtungen bieten kostenlose Schnuppertage an. Stundenweise Besuche des neuen Gastes in der Tagespflegeeinrichtung oder die Begleitung durch einen Angehörigen erleichtern die Eingewöhnung. Kleine, feste Gruppen oder feste Tischnachbarn schaffen die nötige Vertrautheit, die für an Demenz Erkrankte so wichtig ist. Wie einfühlsam wird in der Einrichtung verhindert, dass demenzkranke Menschen allein das Haus verlassen? Wie gelassen und ruhig gehen die Mitarbeiter mit ihren Tagesgästen um? Werden die Gäste zur Toilette begleitet, wenn sie unruhig werden? Dies sind nur einige Kriterien, die bei der Auswahl einer Tagespflegeeinrichtung helfen können.

Der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung entlastet einerseits die berufstätigen und / oder pflegenden Angehörigen und garantiert andererseits neben der professionellen Betreuung die Förderung sozialer Kontakte und der Geselligkeit. Gemeinsames Erleben und Tun ist das beste Mittel gegen Vereinsamung und gar Depression. Entsprechend ihren Fähigkeiten werden die Gäste individuell gefördert und aktiviert. So bieten Freizeit- und Beschäftigungsaktivitäten wie z.B. Ausflüge in die Umgebung, Gedächtnistraining, gemeinsames Backen oder Kochen, leichte Gartentätigkeiten, Singen und Musizieren, Seniorengymnastik, Vorleserunden etc. für jeden das passende Angebot. Durch ein möglichst vielfältiges Angebot soll so viel Selbständigkeit wie möglich erhalten und gefördert werden. Neben all den Aktivitäten kommt auch die Ruhe nicht zu kurz. Nach dem Mittagessen stehen den Gästen Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung, wo sie sich entspannen und erholen können, ehe der Nachmittag mit einer geselligen Kaffeetafel ausklingt.

Wer übernimmt die Kosten der Tagespflege?

Die Kosten der Tagespflege betragen etwa 70 – 80 Euro pro Tag. Sofern eine Pflegestufe vorliegt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Tagespflege bis zu einer gewissen Höhe, gestaffelt entsprechend den Pflegestufen. Allerdings müssen alle Tagesgäste einen gewissen Eigenanteil bezahlen, denn die Kosten beispielsweise für Essen und Trinken übernimmt die Pflegekasse nicht.


© Pflegenetzwerk - Tagespflege

Nichts gefunden?
"Fragen Sie uns"
      zur Startseite