Barrierefreies Bad

Häufig sind es schon kleine Veränderungen in Bad und WC, die pflegebedürftigen Menschen die selbstständige Benutzung des Bades erleichtern. Unter Umständen sind jedoch größere Umbaumaßnahmen notwendig, um älteren und pflegebedürftigen Menschen den Alltag zu erleichtern oder erst zu ermöglichen.

Unterstützung durch die Krankenkassen

Kleinere Veränderungen wie Badewannenlifte, Decken-Bodenstangen, mobile Duschhocker, Stützklappgriffe am WC oder Toilettensitzerhöhungen können über eine Hilfsmittelverordnung von der Krankenkasse finanziert werden. Voraussetzung dafür ist eine genaue Bezeichnung des Hilfsmittels in der ärztlichen Verordnung. Das Rezept wird vom Sanitätshaus an die Krankenkasse weitergereicht, welche die verordneten Hilfsmittel genehmigen muss, ehe sie bestellt werden können. Nur wenn diese Reihenfolge eingehalten wird, kann mit einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse gerechnet werden. Dennoch werden die Möglichkeiten der finanziellen Hilfe häufig aus Unkenntnis nicht ausgeschöpft und viele Hilfsmittel aus der eigenen Tasche bezahlt.

Unterstützung durch die Pflegekassen

Die Pflegekassen bzw. –versicherungen übernehmen seit dem 1. Januar 2015 Kosten für Umbaumaßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes bis zu 4.000 Euro. Dazu gehören einzelne Elemente beim Badumbau wie eine ebenerdige, barrierefreie Dusche, fest installierte Haltegriffe, Standstützgriffe oder der Einbau einer höheren Toilette. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist jedoch zunächst die Feststellung einer Pflegestufe. Der Kostenvoranschlag für die geplanten Umbauten muss zusammen mit einem entsprechenden Antrag bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht werden.

Unterstützung durch Stiftungen

Bei Behinderungen durch bestimmte Krankheitsbilder wie beispielsweise MS gibt es entsprechende Stiftungen, die bei Erfüllung der Voraussetzung Umbaumaßnahmen teilweise großzügig unterstützen.

Unterstützung durch Sozialhilfeträger

Reicht die Unterstützung durch Kranken- und Pflegekasse für den behindertengerechten Umbau nicht aus, können zusätzliche Anträge mit Kostenvoranschlag bei den jeweils zuständigen Behörden eingereicht werden.

Unterstützung durch die KfW-Programme 159 und 455

Waren die bisher vorgestellten Fördermöglichkeiten an keine Norm gebunden, so müssen die Umbaumaßnahmen für ein barrierefreies Bad, die durch die Bundesländer, Kommunen und die KFW-Bank gefördert werden sollen, nach DIN-Norm geplant werden.

Seit Ende 2014 biete die KfW-Bank zwei Programme für altersgerechtes Umbauen an. Das Programm 159 gewährt einen Förderkredit bis zu max. 50.000 Euro für die Planung und Umgestaltung eines barrierefreien Bades. Das Programm 455 eröffnet die Möglichkeit auf einen Investitionszuschuss zum Umbau in Höhe von 12,5% der förderungswürdigen Investitionskosten. Die Anträge auf Förderung durch die KfW-Bank müssen vor Beginn des Umbaus bei der Hausbank gestellt werden. Selbstverständlich müssen alle vorgenommen Arbeiten beim Umbau zum barrierefreien Badezimmer von Fachfirmen des Bauhandwerks durchgeführt werden und deren Zahlung per Banküberweisung erfolgen.

Als technische Mindestanforderung für ein DIN-Norm entsprechendes barrierefreies Bad gilt eine Mindestgröße von 1,80 x 2,20 Meter. Kann die aus baulichen Gründen nicht eingehalten werden, muss eine Bewegungsfläche von mindestens 0,9 Meter Breite und 1,20 Meter Tiefe vorhanden sein. Eine spätere Installation von Sicherheitssystemen muss vorgesehen sein. Eine bodengleiche Dusche mit rutschfestem Boden ist selbstverständlich und die Badewanne darf eine maximale Einstiegshöhe von 50 Zentimetern haben oder über eine seitliche Tür verfügen.

Wichtig

Wenn Sie Kostenvoranschläge für die Förderanträge bei der KfW-Bank einholen, achten Sie darauf, dass der Fachbetrieb Erfahrung mit Sanierungsmaßnahmen dieser Art vorweisen kann. Sie können so sicher sein, dass der Kostenvoranschlag und die spätere Ausführung den Förderbedingungen der KfW-Programme entspricht.


© Pflegenetzwerk - Barrierefreies Bad

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