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Glossar

Das Pflegenetzwerk ist das Portal in erster Linie für pflegende Angehörige und alle, die Fragen rund um die Pflege haben. Unser Service ist für Sie kostenlos. Hier möchten wir Ihnen vorab die wichtigsten Begriffe aus dem Pflegebereich erläutern.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Die Unterstützung älterer, kranker oder pflegebedürftiger Menschen zu Hause ist enorm wichtig und kann in vielen Fällen einen Umzug in ein Pflegeheim vermeiden helfen. Als „Haushaltsnahe Dienstleitungen“ gelten Tätigkeiten in Haus, Hof und Garten, die gewöhnlich durch Angehörige des privaten Haushalts selbst erledigt werden und für die nun stattdessen ein professioneller Dienstleister beauftragt wird.

Dieses können z.B. Tätigkeiten wie Fenster putzen, Gardinen aufhängen, Hecke schneiden oder Essenszubereitung sein. Aber auch die Pflege und Betreuung von älteren und pflegebedürftigen Menschen durch einen professionellen Pflegedienst ist eine haushaltsnahe Dienstleistung.

Diese Profis in Sachen Alltagsbewältigung ermöglichen ein Leben in den eigenen vier Wänden und können entweder für eine permanente Hilfe bei bestimmten Tätigkeiten engagiert werden oder für vereinzelt anfallende Arbeiten angefordert werden

Haushaltsnahe Dienstleistungen – aber mit Qualität bitte!

Bevor Sie einen Dienstleister mit bestimmten Aufgaben rund um Ihren Haushalt beauftragen, sollten Sie sich über den Anbieter informieren. Ist er als Dienstleister lokal vor Ort tätig oder vermittelt er lediglich Arbeitskräfte? Ist er verantwortlichen Stellen wie z.B. den Mitarbeiter des Pflegestützpunktes, bekannt? Sind Unterlagen über das Leistungsangebot samt Preisliste vorhanden und steht der Anbieter mit Beratungsstellen o.ä. in Kontakt?

Auch sollte es ein persönliches Erstgespräch geben, Zahlungsmodalitäten, Kündigungsfristen und Schadensabsicherung müssen im Vorfeld geklärt sein und schriftlich fixiert werden. Um diese und weitere Faktoren gut und vollständig abklären zu können, hat die Verbraucherzentrale NRW eine umfangreiche Liste erstellt, die Anforderungen an „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ formuliert. http://www.verbraucherzentrale.nrw/mediabig/111831A.pdf

Wer zahlt die „Haushaltsnahen Dienstleistungen“

Grundsätzlich bezahlt derjenige die Dienstleistungen, der sie in Anspruch nimmt. Zwanzig Prozent der Kosten lassen sich jährlich von der Steuer abziehen, maximal jedoch 4.000 Euro. Voraussetzung für die Anerkennung beim Finanzamt ist, dass die Dienstleistung im Haushalt bzw. auf dem dazugehörigen Grundstück des Steuerzahlers erfolgt ist und dass eine Rechnung gestellt und per Überweisung bezahlt wurde. Barzahlungen an den Dienstleister sind steuerlich nicht abzugsfähig.

Wird ein ambulanter Pflegedienst für pflegerische oder betreuende Dienstleistungen engagiert und liegt keine Einstufung in eine Pflegestufe vor, dann muss der Betroffene die Kosten für den Pflegedienst selbst bezahlen. Steuerlich abzugsfähig sind die Kosten auch hier bis zu einem Betrag von 4.000 € jährlich. Ist eine Zuordnung zu einer Pflegestufe erfolgt, trägt die Pflegekasse die Kosten des ambulanten Pflegedienstes als Pflegesachleistung gemäß den Sätzen der jeweiligen Pflegestufen.

Arbeiten, die normalerweise von einem Fachbetrieb ausgeführt werden, gelten nicht als haushaltsnahe Dienstleitungen sondern als Handwerkerleistungen. Arbeitskosten und Fahrtkosten für diese haushaltsnahen Handwerkerleistungen können zusätzlich bis zu einem Betrag von jährlich 1.200 € von der Steuerschuld abgezogen werden, Materialkosten sind nicht abzugsfähig.

Wichtig

Als Mieter einer Wohnung sind Kosten für Gartenarbeiten, Reinigungsarbeiten o.ä. unter Umständen als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar. Die Kosten hierfür lassen sich aus der jährlichen Nebenkostenabrechnung ersehen. Die Nebenkosten müssen Ihrer Mietwohnung klar zugerechnet werden, unter Umständen lassen Sie sich vom Vermieter eine entsprechende Bescheinigung geben.


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