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Glossar

Das Pflegenetzwerk ist das Portal in erster Linie für pflegende Angehörige und alle, die Fragen rund um die Pflege haben. Unser Service ist für Sie kostenlos. Hier möchten wir Ihnen vorab die wichtigsten Begriffe aus dem Pflegebereich erläutern.

Hörgeräte

Es soll Leute geben, die förmlich das Gras wachsen hören – ganz so fein muss der Hörsinn für’s tägliche Leben nicht sein und manchmal mag es auch ganz vorteilhaft sein, das ein oder andere nicht zu hören. Aber echte Schwerhörigkeit kann gefährlich sein und einsam machen. Es gibt die angeborene Schwerhörigkeit, die durch Unfall oder Krankheit verursachte oder die altersbedingte Schwerhörigkeit.

Die beginnt schleichend, die Betroffenen merken es oftmals gar nicht. Einige fangen an selbst sehr laut zu reden oder sie sitzen teilnahmslos in Gesprächsrunden. Meist machen Außenstehende die Betroffenen auf ihr nachlassendes Hörvermögen aufmerksam.

Hörgerät: Wer zahlt?

Dann wird der Gang zum HNO-Arzt unausweichlich. Nach eingehenden Untersuchungen wird der Grad der Schwerhörigkeit diagnostiziert. Liegt das Hörvermögen unter 80% des gesunden Hörvermögens, wird ein Hörgerät verordnet. Ein vom Arzt erstelltes Audiogramm ermöglicht es bei verschiedenen Hörgeräteakustikern Preisauskünfte einzuholen ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.

Zwischen den Krankenkassen und den Hörgeräteakustikern bestehen Versorgungsverträge, in denen festgeschrieben ist, dass wenigstens ein Gerät zum Festbetrag ohne Zuzahlung für die Versicherten bereitzuhalten ist, abgesehen von der gesetzlichen Zuzahlung von 10 Euro. Dieser Festbetrag beträgt maximal 784,94 Euro für ein Hörgerät. Für das zweite Hörgerät übernimmt die Kasse einen deutlich geringeren Betrag.

Hörgeräte testen

Wird ein geeignetes Hörgerät im Rahmen des Festbetrages gefunden, erspart man sich im Zweifel sehr viel bürokratischen Ärger. In der Regel wird der Hörgeräteakustiker aufgrund der Verordnung verschiedene Modelle vorschlagen, die kostenlos getestet werden können. Ein Hörtagebuch kann bei der endgültigen Entscheidung für ein Gerät gute Dienste leisten. Darin wird genau notiert, in welcher Situation man mit welchem Gerät wie gut gehört hat.

Digitale Technik für das Hörgerät

Alle Hörgeräte müssen mindestens mit Digitaltechnik ausgestattet sein, denn ein digitales Hörgerät lässt sich perfekt auf die Hörschwäche des Trägers einstellen. Eine intelligente Signalverarbeitung unterscheidet zwischen Umgebungsgeräuschen und Sprache und der auf das Ohr treffende Schall wird automatisch reguliert. Die neuen Hörgeräte verfügen über mindestens vier Kanäle und drei Hörprogramme, eine Rückkopplungs- und Störschallunterdrückung sowie einer Verstärkerleistung von bis zu 75 Dezibel.

Bessere Geräte sind mit Bürokratie verbunden

Kann ein Hörgerät zum Festbetrag die Hörbehinderung nicht ausgleichen, kann bei der zuständigen Kasse ein Antrag auf Übernahme der Kosten für ein höherwertiges und teureres Gerät gestellt werden. Aber nur wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, übernehmen die Kassen die höheren Kosten, besseres Tragegefühl oder die größere Unauffälligkeit gehören nicht zum Behinderungsausgleich.

Diese Mehrkosten müssen von den Patienten selbst übernommen werden und so ein Hörgerät kann schnell mal das drei- bis vierfache des Festbetrags kosten. Der Akustiker ermittelt gemeinsam mit dem Versicherten ein geeignetes Gerät und erstellt einen Kostenvoranschlag, der an die Kasse mitsamt der ärztlichen Verordnung weitergeleitet wird. Erst wenn die Kasse schriftliche die Zusage für die Kostenübername des Hörgeräts erteilt, ganz gleich ob zum Festbetrag oder aus medizinischen Gründen einen höheren Betrag, sollte das Hörgerät bestellt werden.

Sollten die Kosten des ausgewählten Hörgeräts den Festbetrag übersteigen, werden den Kunden sog. „Mehrkostenerklärungen des Versicherten“ zur Unterschrift vorgelegt. Die Akustiker sind vertraglich dazu verpflichtet, um die Gerätekosten von der Kasse erstattet zu bekommen.

Service rund ums gute Hören

Zur Kassenleistung rund ums Hörgerät gehören des Weiteren die Beratung, die Programmierung und die Anpassung des Hörgeräts sowie die Nachbetreuung. Die Kosten für die notwendigen Batterien für das Hörgerät übernehmen die Kassen nur bei Versicherten bis zum 18. Lebensjahr.


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