Private Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt die durch die Pflegebedürftigkeit entstehenden Kosten meist nicht ab. Deshalb gibt es zusätzliche private Vorsorgemöglichkeiten, um im Pflegefall die Lücke zwischen gesetzlich gezahlten und tatsächlichen Kosten zu füllen bzw. zu verringern. Hier bietet die Versicherungswirtschaft insgesamt vier unterschiedliche Modelle an: Die Pflegekostenversicherung, die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegerentenversicherung und die Pflegetagegeldversicherung mit staatlicher Förderung (Pflege-Bahr).

Außerdem gibt es eine Unfallpflegerentenversicherung, die aber nur in Kraft tritt, wenn die Pflegebedürftigkeit explizit Folge eines Unfalls ist. Alle Formen der privaten Pflegeversicherung werden einkommensunabhängig berechnet. Stattdessen fließen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand oder Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers in die Berechnung des monatlichen Beitrages mit ein.

Privat vorsorgen – aber wie?

Mit einer Pflegezusatzversicherung kann sich also der Eigenanteil deutlich verringern. Das Pflegetagegeld ist derzeit die am häufigsten gewählte Zusatzversicherung. Die Leistungen sind im Pflegefall frei verwendbar. Bei der Pflegekostenversicherung zahlt die Versicherung je nach Vertrag einen Teil der Pflegekosten, die jedoch per Rechnung nachgewiesen werden müssen. Und es wird durchaus nicht von jeder Versicherung alles übernommen, hier lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte der Versicherungspolice, ob z.B. Kosten für eine Verhinderungspflege oder bestimmte Hilfsmittel auch wirklich übernommen werden.

Bei der Pflegerentenversicherung zahlt die Versicherung eine monatliche Rente, über die der Versicherte ebenfalls frei verfügen kann. Nachteil dieses Modells: Die Pflegerentenversicherung ist oftmals relativ teuer, eignet sich also eher für Menschen mit einem etwas dickeren Geldbeutel. Die vierte im Bunde der privaten Pflegeversicherungen ist der „Pflege-Bahr“, eine Pflegeversicherung mit staatlicher Förderung.

Die 2013 eingeführte Möglichkeit, mit Hilfe des Staates privat vorzusorgen, hat hierzulande noch nicht so großen Erfolg, da es manchen Experten als zu teuer gilt. Für sehr junge Menschen oder ältere Menschen, die Vorerkrankungen haben und bei ungeförderten Modellen hohe Zuschläge zahlen müssen, ist der Pflege-Bahr jedoch eventuell eine Form der Pflegezusatzversicherung, die dem persönlichen Bedarf entspricht.

Wichtig

Vor Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung sollte man in jedem Fall Anbieter und Modelle miteinander vergleichen. Hilfreich sind z.B. die Ergebnisse der Stiftung Warentest oder unabhängige Tarifrechner im Internet.


© Pflegenetzwerk - Private Pflegeversicherung

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