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Glossar

Das Pflegenetzwerk ist das Portal in erster Linie für pflegende Angehörige und alle, die Fragen rund um die Pflege haben. Unser Service ist für Sie kostenlos. Hier möchten wir Ihnen vorab die wichtigsten Begriffe aus dem Pflegebereich erläutern.

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist eine Pflegeform, die eine Ausnahmesituation überbrückt, wenn eine Pflege zu Hause nicht möglich ist. Die Kurzzeitpflege ist eine vollstationäre Betreuung in Pflegeheimen oder Krankenhäusern und ist auf vier Wochen pro Jahr begrenzt.

Die Kurzzeitpflege ist zur Überbrückung jedweder akuten Krisensituation gedacht. Sie kann z.B. von Menschen in Anspruch genommen, die nach einer schweren Operation das Krankenhaus zwar verlassen können, aber noch nicht fit genug sind, den Haushalt allein zu führen oder eine entsprechende Reha zu beginnen. Auf diese zeitlich begrenzte vollstationäre Pflege haben auch Menschen mit der sogenannten Pflegestufe 0 Anspruch, also auch solche Patienten, die nach ihrer vollständigen Genesung wieder ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ohne fremde Hilfe führen können. Neben der professionellen Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten kann die Kurzzeitpflege auch in Anspruch genommen werden, wenn die Pflegebedürftigkeit eines Menschen plötzlich zunimmt oder um die Wartezeit auf einen Heimplatz zu überbrücken oder die pflegenden Angehörigen plötzlich selbst wegen Krankheit ausfallen.

Im individuellen Fall empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Pflegeversicherung, einem Pflegedienst oder dem Sozialamt, um einen möglicherweise bestehenden Anspruch auf Kurzzeitpflege zu klären. Da es sich bei der Kurzzeitpflege um eine kurzfristig notwendige Hilfe handelt, muss der jeweils vorliegende Grund für die Situation von den Pflegekassen nicht extra geprüft werden. Entsprechende Aussagen von Pflegepersonen oder –diensten reichen in der Regel für eine Bewilligung der stationären Kurzzeitpflege aus. Der Antrag dafür muss bei der Pflegeversicherung der zu pflegenden Person gestellt werden. Der Antrag kann kurzfristig gestellt werden, in akuten Fällen sogar rückwirkend.

Seit Inkrafttreten der Pflegereform II am 1. Januar 2016 sind die Kombinationsmöglichkeiten von Verhinderungs- und Kurzzeitpflege erweitert und flexibilisiert worden. Statt bisher vier Wochen pro Jahr kann eine Kurzzeitpflege ab 2016 bis zu acht Wochen in Anspruch genommen werden, egal ob diese Leistungen am Stück oder gar tageweise abgerufen werden. Es werden weiterhin maximal 1.612 Euro pro Jahr für die Kurzzeitpflege bereitgestellt, unabhängig von der Pflegestufe. Werden darüber hinaus weitere Mittel benötigt, können wie bisher nicht in Anspruch genommene Gelder aus der Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Die Pflegekasse übernimmt dann Kosten in Höhe von 3.224 Euro für die stationäre Kurzzeitpflege.

Die Pflegeversicherungen übernehmen lediglich die Kosten für pflegerische, medizinische und soziale Betreuung. Für die Unterkunft und Verpflegung müssen die betroffenen Personen selbst aufkommen. Da die Tagessätze von Anbieter zu Anbieter variieren, lohnt sich ein Preisvergleich im Vorfeld. Wer finanziell nicht in der Lage ist, für Unterkunft und Verpflegung aufzukommen, kann einen Antrag beim Sozialamt stellen, dieses springt in der Regel in solchen Fällen ein.

Wichtig:

Die eigentlich mit der häuslichen Pflege betrauten Personen erhalten bis zu vier Wochen die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes.

 


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